Ausbildung „Notfallseelsorge“ in 5 Tagen

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Ausbildung „Notfallseelsorge“ in 5 Tagen

Wenn die Akutphase abklingt, in der die hektischen Aktivitäten der vordringlichen Rettungsmaßnahmen das Tagesgeschehen dominieren – wenn die Schar der vielen Helfer abnimmt, die erschöpft oder wegen Ende ihres Urlaubs so langsam wieder nach Hause fahren – und wenn die Hilfsorganisationen sich ausdünnen und so langsam die Verwaltungen ihr Tagesgeschäft wieder aufzunehmen versuchen, dann … ja dann kommen die Menschen in den Katastrophengebieten so langsam zur Ruhe, und das gigantische Drama dringt in seiner ganzen grauenvollen Bedeutsamkeit mit voller Wucht ins Bewusstsein.

Ausgerechnet in der Situation die Menschen allein zu lassen in ihrer Trauer, Angst vor ablehnenden Versicherungen und abgrundtiefer Verzweiflung halte ich für grausam – es würde mich nicht wundern, wenn die Suizidrate dann dramatisch ansteigt.

Es bedarf also in den kommenden Wochen und Monaten vermutlich sehr viel mehr an psychisch-seelischem Beistand, als jemals bislang in der Akutphase. Neben den zigtausend schwer bis schwerst primär-traumatisierten Anwohnern haben wir zudem eine Vielzahl sekundär-traumatisierter Helfer, die mit Bildern und Eindrücken aus ihrem Einsatz zurückgekehrt sind, die sie nicht mehr loslassen und ihnen nachts den Schlaf rauben und tagsüber mit einschießenden Bildern, Geräuschen und Gerüchen quälen.

Benötigt werden also nicht weniger Notfallseelsorger und Kriseninterventionskräfte, sondern mehr. Sehr viel mehr! Doch woher nehmen, wenn schon eh nicht genug existieren und zudem ausgedünnt und abgezogen werden, weil die Leute vom Ersteinsatz ausgelaugt, erschöpft oder sekundär-traumatisiert sind?

Daher – neue Kräfte braucht das Land, und zwar jede Menge. Und es gibt tausende von Menschen, die sich sehr wünschten, irgendwie mithelfen zu können angesichts der Not – dies aber in der Akutpahase nicht leisten konnten … dafür aber jetzt in der Nachfolgephase vielleicht um so besser. Und umso mehr benötigt werden, allerorten in den Katastrophengebieten.

Meine Idee ist daher, diese hilfsbereiten Menschen auszubilden! Und zwar gezielt für diesen Einsatzbereich, vor Ort, und zwar schnell. Ein 5-tägiger Intensivkurs in Notfallseelsorge und lagebezogener Krisenintervention. Kostenlos für die Teilnehmer und mit Abschlusszertifikat. Ist das machbar?
Ich habe vor der Coronazeit an mehreren Akademien im ganzen Bundesgebiet langjährig Seminare gehalten zu Themen wie Traumapädagogik, Krisenintervention, Trauerbegleitung, Empathische Kommunikation und psychotherapeutische Themen.

Ich bin ausgebildeter Notfallseelsorger (EKvW) und habe während meiner Traumatherapiefortbildung (DeGPT) mich umfangreich in Krisenintervention und PSNV, PSU/ENS (CISM/Mitchell) eingearbeitet. In meiner Zeit als Kliniktherapeut habe ich zudem viel Erfahrung mit Akuten Belastungsreaktionen sammeln können.

Ich kann mir vorstellen, einen 5-tägigen Intensivkurs auf die Beine zu stellen für Menschen, die Notfallseelsorge und Krisenintervention gezielt für diese Katastrophenlage erlernen wollen. Diese Ausbildung sollte für die Teilnehmer kostenlos sein und mit einem Abschlusszertifikat enden, so dass sie auch gegenüber Behörden ihre erworbene Qualifikation nachweisen können.

MÖGLICHE INHALTE KÖNNEN SEIN:

1. Psychohygiene, Selbstschutz- und Distanzierungstechniken vor Sekundärtraumatisierung, Gegenübertragungsfalle, Altruismus

2. Verhalten und Sicherheit am Einsatzort und Umgang mit anderen Einsatzkräften, Rechtliche Grundlagen, Versicherung, Schweigepflicht, Zusammenarbeit mit öffentlichen Stellen,

3. Grenzen der psychosozialen Akutbetreuung und der eigenen Möglichkeiten erkennen und Verweisungskompetenzen erwerben,

4. Grundlagen der Psychotraumatologie, Stresstheorie, Umgang mit Akuten Belastungsreaktionen, Traumasymptomen, Traumafolge¬störungen und Trauerreaktionen

5. Umgang mit Trauer, Sterben, Tod und Trauerreaktionen, mit Schuld, Überlebensschuldsyndrom, Theodizeefrage

6. Handlungskompetenzen im Umgang mit Suizidalität und mit psychisch / psychiatrisch erkrankten Menschen

7. Kommunikationskompetenz erwerben, Techniken des empathischen Zuhörens und Gesprächsführung, Gesprächsführung in Extremsituationen, bei Problemen in der Kommunikation

8. PSU-Arbeit mit Einsatzkräften (CISM, Mitchell-Methode), Kraft durch Peer-Systeme, Supervision.

Ich kann eine solche Ausbildung kurzfristig auf die Beine stellen und aufgrund langjähriger Erfahrung in der Seminararbeit mit psychosozialen Fachkräften auch fundiert durchführen.

Ich brauche dazu aber Unterstützung …

… zum einen örtlich, z.B. ein Mannschaftszelt mit Bestuhlung / Strom / Heizung im Winter in einem Helfer-Camp (Seminartechnik bringe ich mit).

Zum anderen aber auch, was mich betrifft: Ich schließe bereits bis zum Jahresende für 3 – 5 Wochen meine gutgehende Trauma- und Psychotherapiepraxis, um völlig unentgeltlich als Notfallseelsorger in einem Team im Katastrophengebiet mitzuarbeiten.
Wenn ich jetzt noch darüber hinaus mehrere weitere Wochen meine Praxis schließen würde, um solche Ausbildungen anbieten zu können, würde das meine wirtschaftlichen Möglichkeiten völlig überfordern … und ich würde selber zum hilfebedürftigen Sozialfall.

Ehrlich gesagt bin ich da ein wenig ratlos – einerseits brennt es in mir, Menschen auszubilden als Notfallseelsorger, auch weil ich es gut kann und es wirklich dringend erforderlich ist. Andererseits habe ich auch Familie und finanzielle Verpflichtungen, die ich schon durch mein unentgeltliches Engagement in einem NFS-Team in Bad Münstereifel ziemlich strapaziere. Was könnte man da tun?

Gibt es vielleicht eine gemeinnützige Initiative oder Stiftung, die die Kosten dieser Ausbildungsreihe zu übernehmen bereit wäre? Oder gibt es fähige Crowdfunding-Experten, die das auf die Beine stellen könnten? Ich selber will nicht danach fragen, weil ich nicht will, dass jemand auf den Gedanken kommen könnte, dass ich an der Not anderer etwas „verdienen“ könnte. Das würde ich bestimmt nicht, ganz im Gegenteil: Ich werde das nächste halbe Jahr schon jetzt auf die Hälfte meiner sonstigen Praxisumsätze verzichten, weil es mir das angesichts dieser Not wert ist. Aber ich kann nicht komplett meine Existenz aufgeben, damit wäre niemandem geholfen. Wer also hat eine Idee, damit wir so eine Ausbildung ganz kurzfristig auf die Beine stellen können? Und könnte das vielleicht auch in die Hand nehmen?

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